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PIWI

Aktualisiert: 29. Dez. 2023

Piwis sind durch Kreuzung gezüchtete Reben, die eine grosse Resistenz gegen die Schädlinge im Weinbau aufweisen. Ihre natürlichen Abwehrmechanismen ersetzten oder reduzieren den Pestizideinsatz, wie er bei herkömmlichen europäischen Sorten angewandt wird. Sie werden aus einer nicht resistenten Europäischen Edelrebe (z.B. Cabernet Sauvignon) und einer resistenten, aus Amerika oder Asien stammenden Rebe gekreuzt. Die daraus entstehende Kreuzung nimmt im Idealfall den Geschmack der europäischen Rebe und die Resistenz der anderen Rebe in ihre Gene auf. Wie beim Menschen auch, ist es eine Überraschung welche Anlagen von Vater und welche von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Es gibt heute viele verschiedene neue Rebsorten die ausgezeichnete Weine ergeben und teilweise sehr ähnlich den heutigen europäischen Sorten schmecken.


Piwi – gut für die Natur

Wenn ein Winzer Piwi Reben Anbaut reduziert er seinen negativen Umwelteinfluss erheblich.

Gegenüber dem Anbau von Europäer Sorten wie Chasselas, Sauvignon Blanc, Pinot Noir oder Cabernet Sauvignon kann der Einsatz von Pflanzenschutzmittel um 90% verringert werden, die gesamte Umweltbelastung sinkt um 61% und es würden 12% weniger Kohlendioxid in die Luft geblasen. Ein Bio und Piwi Winzer hat einmal ausgerechnet, dass wenn alle 15‘000 ha Reben in der Schweiz mit Piwi Reben bestockt wären, pro Jahr 250t Spritzmittel, 1.5 Mio Liter Treibstoff und damit gegen 4000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.


Sind neue Sorten gentechnisch verändert?

Nein, neue Rebsorten sind lediglich Kreuzungen aus bestehenden Rebsorten. Das Kreuzen ist ein natürlicher Vorgang und hat nichts mit Gentechnik zu tun.

Müssen auch neue Rebsorten mit Kupfer behandelt werden?

Bei neuen Rebsorten kann auf das Spritzen von Kupfer verzichtet werden. Es wird jedoch mindestens 2 Pflanzenschutzanwendungen empfohlen damit die Resistenz der Pflanze erhalten bleibt. Viele Winzer nehmen dazu statt Kupfer Biodynamische Präparate.

Wie schmecken Weine aus neuen Sorten?

Einen konkreten Unterschied zu herkömmlichen Sorten gibt es nicht. Was bei den heutigen traditionellen Sorten gilt, gilt auch bei neuen Sorten. Jede Sorte ergibt einen anderen Wein, aber nicht aus jeder Traube kann ein guter Wein gekeltert werden. Neben hervorragenden und etablierten Sorten, habe sich einige der Züchtungen, auch wenn sie es in den Feldversuch und in die Flasche geschafft haben, nie auf dem Markt etabliert, weil die Weine dem Konsumenten nicht geschmeckt haben.

Wie entstehen neue Rebsorten?

Rebsorten entstehen durch die Kreuzung von zwei bestehenden Sorten. Das können konventionelle Rebsorten, Tafeltrauben oder bereits bestehende neue Sorten sein. Nachdem die Rebsorte gezüchtet wurde werden erste Feldversuche gemacht, indem ein Weinbauer die Traube anbaut und einen ersten Wein keltert. Nur wenn das Ergebnis den Winzer überzeugt, geht der Wein Reinsortig oder als Verschnitt/Cuvée in den Verkauf.

Was sind die bekanntesten neuen Rebsorten?

Sorten wie Seyval Blanc, Solaris bei den weissen Trauben, sowie Regent, Cabernet Jura und Maréchal Foch bei den Roten sind heute schon in vielen Weinregalen zu finden.

Warum haben einige Rebsorten nur Nummern?

Am Anfang haben neue Rebsorten und deren Weine nur Züchtungsnummern, erst später erhalten sie ihre schönen Namen wie Bianca, Seyval Blanc oder Cabernet Jura.

Was heisst PiWi?

PiWi ist eine Abkürzung für Pilzwiderstandsfähig, eine der Haupteigenschaften dieser Rebsorten.



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