Publikation: 01.03.2021

Quelle: Bildungsheft 6, Konsumenten Verband


Entstehung und Entwicklung der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise

Angepriesen als heilbringende Macht in der Landwirtschaft, war die Erfindung von Kunst- und Mineraldünger Mitte des 19. Jahrhunderts, durch Justus von Liebig (1803 – 1873), der Anfang der hochtechnisierten chemischen Landwirtschaft der industrialisierten Länder wie wir Sie heute kennen.

Die biodynamische Landwirtschaft ist eine Reaktion darauf, denn um 1920 gab es erste Bauern, die mit der Qualität dieser Produkte nicht mehr zufrieden waren. Im Geistesforscher Rudolf Steiner (1862-1925) fanden diese ihre Stimme. Vor 130 entsprechend denkenden und fühlenden Bauern hielt Rudolf Steiner zu Pfingsten 1924 seine bis heute berühmte Rede auf Schloss Koberwitz bei Breslau. Seine acht Vorträge gelten bis heute als Standardwerk der biodynamischen Landwirtschaft (in «Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft» nachzulesen). Rudolf Steiner gründete damals die Vorgängerorganisation des heutigen Demeterverbandes und rief alle Anwesenden auf, seine Ideen zu Hause zu erproben und umzusetzen.

Bereits 1927 kamen die ersten biodynamischen Erzeugnisse auf dem Markt. Für diese Produkte wurde die Bezeichnung Demeter (griechische Fruchtbarkeitsgöttin) gewählt und 1932 als Marke eingetragen. Seit 1930 spricht man von der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise. Bereits damals gab es den ersten biologisch-dynamischen Hof in der Schweiz, den Oswaldhof in Kasreuti südlich von Kreuzlingen am Bodensee. 1937 kam in Hünibach am Thunersee eine Gartenbaumschule dazu und 1937 taten sich Konsumenten und Forscher, nicht aber die Bauern, zum Produzentenverein für biologisch-dynamische Landwirtschaft zusammen. Bis 1997 waren alle Belange bezüglich Demeter in dessen Hand.

 

2018 wirtschafteten in der Schweiz 305 Landwirtschafts-, Weinbau- und Gärtnereibetriebe nach der Methode der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Demeter ist heute eine internationale Organisation, vertreten in 66 Ländern durch 19 Länderorganisationen. Lange Zeit war die Geschäftsstelle von Demeter International in der Schweiz, heute befindet sich diese in Deutschland. Alle diese 19 Länderorganisationen verpflichten sich die Standards einzuhalten und sind zudem frei regional striktere Richtlinien durchzusetzen.

 

Hinter einem biodynamischen Produkt steckt eine einzigartige geistige Ausrichtung und damit der Hauptunterschied zu einem biologischen Produkt. Das zeigt sich wie der Landwirt mit Boden und Erde umgeht und wie Höfe strukturiert sind. Biologisch-dynamischer Landbau soll zur Gesundung des Menschen und seiner Lebenswelt beitragen und eine Kulturaufgabe sein. Wem jetzt das etwas esoterisch vorkommt, ist dem Ursprung schon sehr nahe. Zugrunde liegen die nicht ausgeschöpften Angaben aus Rudolf Steiners geisteswissenschaftlicher Forschung und seiner anthroposophischen Lehre.

Anthroposophie (aus dem altgriechischen «Mensch und Weisheit») versucht die Menschheit und ihre Entwicklung spirituell und übersinnlich zu verstehen.

 

Das bedeutet aber nicht, dass alle Demeter Bauern Anthroposophen sind. Aber sie wenden die biodynamischen Präparate an und gehen mit Pflanzen und Tieren so um, wie es deren Natur, beziehungsweise Wesen verlangt. Sie arbeiten auf sogenannten Hofindividualitäten.

In der biodynamischen Landwirtschaft fasst man einen Betrieb als Organismus, sogar als Individualität auf, weil jeder Betrieb einzigartig ist. Von Betrieb zu Betrieb ist das Klima, die Niederschlagsmenge und das Vogel- und Insektenleben unterschiedlich. Jeder Landwirt gestaltet den Betrieb entsprechend seinen Vorstellungen und Möglichkeiten.

 

 

 

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Demeter zertifizierte Weine

Duett 2017
CHF 25.00 1
Riesling 2018
CHF 13.00 1
Riesling 2017
CHF 13.00 1
Alfred 2018
CHF 17.00 1
Energies 2017
CHF 26.00 1
setaria 2018
CHF 22.00 1
preyda 2016
CHF 29.00 1
panicum 2016
CHF 33.00 1
pelagium 2018
CHF 22.00 1
setaria 2016
CHF 20.00 1
pelagium 2016
CHF 22.00 1
Riesling 2018
CHF 14.00 1
Gamay 2018
CHF 22.00 1
Andromeda 2014
ab CHF 34.00 1
Pinot Noir 2016
CHF 15.00 CHF 10.00 1
Weissburgunder 2017
CHF 15.00 CHF 11.00 1